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Die Flotte 2022

Salondampfer ALEXANDRA

Die ALEXANDRA ist nicht nur mit der Geschichte Flensburgs eng verbunden, sondern auch darüber hinaus ein technik- und kulturgeschichtliches Denkmal besonderer Art:  Die 1908 gebaute “ALEX”, wie sie die Flensburger liebevoll nennen, ist eines der letzten seegehende Passagierdampfschiffe Deutschlands.

Sie hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Im 1. Weltkrieg wurde sie als Vorpostenboot eingesetzt, fuhr dann wieder Linie, überlebte den 2. Weltkrieg als Lotsendampfer und zuletzt Flüchtlings-Transporter. 1975 wurde sie wegen mangelnder Rentabilität außer Dienst gestellt und das Schiff verfiel zusehends.

Doch nun bildete sich zum Erhalt der ALEXANDRA eine Arbeitsgemeinschaft und später ein Verein. So konnte in den achtziger Jahren der Salondampfer wieder an Hafenfesten teilnehmen. Er wurde als Kulturdenkmal anerkannt und durch teils sehr aufwändige Reparaturarbeiten – dank der vielen freiwilligen Helfer und zum Glück fließender Fördermittel – bestens in Schuss gehalten. im Jahr 2016 erfolgte die letzte große Maßnahme mit dem Einbau eines neuen Kessels und Austausch etlicher Stahlplatten im Rumpf .

Weitere Informationen finden Sie hier www.dampfer-alexandra.de

Tonnenleger BUSSARD

Die BUSSARD wurde 1906 von der Meyer-Werft in Papenburg ausgeliefert. Ausgestattet mit einer Dreifach-Expansionsdampfmaschine mit 540 PS tat das Schiff 74 Jahre seinen Dienst als Tonnenleger und in harten Wintern auch als Eisbrecher, bis es am 31. Dezember 1980 außer Dienst gestellt wurde.

Im folgenden Jahr wurde sie an das Kieler Schifffahrtsmuseum übergeben. Dort lag sie für 20  Jahre als Museumsschiff. Erst im Jahr 2001 wurde damit begonnen, das Schiff wieder fahrfähig zu machen.

Obwohl sich die Bussard in noch recht gutem Zustand befand, war es mit etlichem Aufwand verbunden, sie für die Zulassung als Traditionsschiff fit zu machen. 2006 wurde die Genehmigung erteilt und 2007 erfolgte die Anerkennung als schwimmendes Denkmal.

Mehr Informationen finden Sie hier: www.dampfschiff-bussard.de/

Dampfboot MIN DEERN

Standort: Böhnhusen (Schleswig-Holstein)

Heimatgewässer: Eider (trailerbar)

Maschine: Pearl Zwillingsmaschine (Bronzeausführung), modifiziert und gebaut vom Eigner. Kolbenschieber mit innerer Einströmung, Bohrung 66mm, Hub 80 mm, Kolbenringe aus PTFE/Kohle, Weißmetall-Hauptlager. Stephenson Umsteuerung, Zentralschmierpumpe für Hauptlager und Pleuel, keine Zylinderschmierung. Innenkondensator und Speisewasser-vorwärmer, Doppelkolben-Speisewasserpumpe und Rollen-Kühlwasserpumpe, Handpumpe für Notspeisung/Druckproben.Propellerwelle 30 mm, Propeller 3 Blatt Bronze 20“ x 30“

Kessel:  Stehender Rauchrohrkessel, Druckkörper gebaut 2007 von Bernd Breding in Schweden, nasse Feuerbüchse, Heizfläche 2,3 m², Gesamtvolumen 75 Liter, maximaler Kesseldruck 9 bar, Kohlefeuerung.

Rumpf: Elliot Bay 2005 Rundspant, GFK/Balsa-Sandwich-Bauweise,Länge 7,11 m, Breite 1,95 m, Tiefgang 0,5 m, Gewicht 1000 kg.Deckauflage und Innenausbau in Mahagoni/Teak durch den Eigner (2006 –2008), Hydraulische Radsteuerung

Besonderes: „Min Deern“ ist Plattdeutsch für „Mein Mädchen“ und (angeblich) Mandarin für „Nicht gleich in die Luft gehen“…

Dampfboot PAULINE

Standort: Kieler Förde

Maschine: STUART 6A, 2,5“/4“x3“, Flachschieber, Stephenson-Steuerung, Speisewasservorwärmer, Speisepumpe, Kondensator und Vakuumpumpe, Hotwell, Zentralschmierung. Leistung: 5 PS.

Schraube: Ø 48 cm, Steigung 70 cm.

Kessel:  Vertikaler Rauchrohrkessel, Fa. Knetsch/Siegen, Heizfläche 2,86 m², Betriebsdruck 10 bar, Feuerung: Holz

Rumpf: GfK Rundspant, Typ Qviding (Schweden); Länge: 5,50 m; Breite: 1,65 m; Tiefgang: 0,60 m.

Besonderes: Maschine in Bochum 1988 gebaut, unvollendet. 2002 bei eBay angeboten, vom Eigner ersteigert und zu Ende gebaut. Kessel Baujahr 1982, verschiedene Besitzer, nie in Betrieb gegangen. 2003 vom Eigner gekauft und umgebaut. Rumpf 2003 in Schweden bei Lars Qvist und Bernt Breding bestellt und 2004 abgeholt. Schiffstaufe 2005 beim Flensburger Dampf-Rundum. Seit 2008 mit festem Dach, das beim Transport mit dem Trailer als Bootsabdeckung dient.

Postdampfer SKJELSKØR

(Zusage steht noch aus) Der kleine Postdampfer wurde 1915 in Svendborg (Dänemark) gebaut. Bis 1962 fuhr er mit seiner 75 PS Dampmaschine fahrplanmäßig zwischen den Inseln Skælskør, Agersø und Omø hin und her, war also 47 Jahre im Dienst.

Dann wurde der kleine Dampfer zur Verschrottung nach Odense verkauft. Doch glücklicherweise konnte 1963 im letzten Moment durch die schnell gegründete “Foreningen til Gamle Skibes Bevarelse (Vereinigung zum Erhalt alter Schiffe)” vor dem Schneidbrenner gerettet werden.

Näheres dazu finden Sie auf Dänisch hier www.dampskib.dk

Auf Deutsch hat Hans-Erhard Henningsen in seinem Text über das Dampf Rundum detailliert ab Seite 24 geschrieben. Sie können das Buch hier downloaden

Dampfeisbrecher STETTIN

Die STETTIN ist das weltweit größte seegehende, mit Kohle befeuerte Dampfschiff.  Bis zu 1,5 Tonnen Kohle schaufeln die Heizer pro Stunde in die sechs Feuer.

In den Stettiner Oderwerken gebaut, wurde die STETTIN am 16. November 1933 als bis dahin größter Eisbrecher unter deutscher Flagge fertig gestellt.

Sie tat bis 1981 zuverlässig ihren Dienst und führte zahlreiche Einsätze auf der Unterelbe, dem Nord- Ostsee-Kanal und der Kieler Förde durch. Angetrieben wird sie von einer Dreifach – Dampf – Expansionsmaschine mit nahezu 2000 PS. So konnte bei langsamer Fahrt eine geschlossene Eisdecke bis zu einem Meter Dicke gebrochen werden.

Seit 1982 ist die STETTIN als technisches Kulturdenkmal anerkannt. Sie wird im Sommer für Gästefahrten unter Dampf gehalten und dient in der übrigen Zeit als liegendes Museumsschiff, vornehmlich im Hamburger Museumshafen Oevelgönne.

Weiter Informationen finden Sie hier www.dampf-eisbrecher-stettin.de

Dampfboot THESANA

Standort: Kassel/Fulda

Maschine: 1 Zylinder SGB-Maschine, gebaut 1983 von Kurt Benz, Reichenau, Kolben Ø 65 mm x 70 mm Hub, Flachschieber, Stephenson Steuerung, Kondensator, Vakuumpumpe.

Schraube: 4-Blatt Bronze, Ø 35,2 cm x 49 cm

Kessel: stehender Rauchrohrkessel gebaut 1982 durch Fa. Knetsch, 31 Rauchrohre, Heizfläche 2,86 m², maximaler Betriebsdruck 10 bar, Kesselinhalt 52 Liter, Leistung ~80 kg/h Sattdampf, Holzfeuerung

Rumpf: Rundspantrumpf gebaut in GFK und Holz im Jahr 1976 durch die Fa. Island Plastics Ltd. GB, Länge 4,50 m, Breite 1,60 m, Tiefgang 0,50 m, Fahrt 4,0 kn

Besonderes: das Boot wurde 1980 von Peter Zimmermann nach Deutschland überführt, 1989 vom heutigen Eigner erworben, 1990 Einbau eines Ölabscheiders, 1992 wurde das Dach auf Stützen stehend montiert. Theansa erhielt das Blaue Band von Lohr im Jahr 2000

Dampfeisbrecher WAL

Auf der gleichen Werft wie die STETTIN – den Oder-Werken Stettin – lief 1938 die WAL vom Stapel. Ihre 1200 PS Dreifach-Expansionsdampfmaschine wird allerdings mit Öl und nicht mit Kohle befeuert. Bis 1990 war sie auf dem Nord-Ostsee-Kanal im Dienst und wurde 1991 mit Hilfe der Stadt Bremerhaven und einem Verein übernommen, der inzwischen “Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven e.V.” heißt und sich mit viel Liebe und Sorgfalt um die WAL kümmert.

Weiter Informationen finden Sie hier www.schiffahrts-compagnie.de

Schleppdampfer WOLTMAN

(Zusage steht noch aus) Die WOLTMAN ist der letzte seegängige Schlepper in Deutschland mit Dampfantrieb und einem kohlebefeuerten Kessel. Erbaut wurde der Schleppdampfer1904 auf der Schiffswerft der Gebrüder Sachsenberg in Rosslau an der Elbe. Antrieb ist eine Zweifach-Expansions-Dampfmaschine mit 268 PS.

Einsatzgebiete waren Unterelbe und Elbmündung. Im Jahr 1976 wurde er dann aus wirtschaftlichen Gründen ausgemustert. 1984 übernahm ihn der Museumshafen Kappeln. Inzwischen liegt der Schlepper im Museumshafen Ovelgönne.

Nach umfangreichen Reparaturen konnte die WOLTMAN 1994 wieder in Betrieb genommen werden.

Seit dieser Zeit kümmert sich  ein Förderverein um den Schlepper. Das Schiff sollte wieder in den technischen Originalzustand des Jahres 1904 versetzt werden, als technisches Kulturdenkmal in Fahrt gehalten und  der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Nach der dafür notwendigen Abnahme durch Versicherung und die See-Berufsgenossenschaft ist die WOLTMAN seit Juni 2004 wieder unterwegs.

Weitere Informationen finden Sie hier www.woltman.de