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Die Flotte

Salondampfer ALEXANDRA

Die ALEXANDRA ist nicht nur mit der Geschichte Flensburgs eng verbunden, sondern auch darüber hinaus ein technik- und kulturgeschichtliches Denkmal besonderer Art:  Die 1908 gebaute “ALEX”, wie sie die Flensburger liebevoll nennen, ist das letzte seegehende Passagierdampfschiff Deutschlands.

Sie hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Im 1. Weltkrieg wurde sie als Vorpostenboot eingesetzt, fuhr dann wieder Linie, überlebte den 2. Weltkrieg als Lotsendampfer und zuletzt Flüchtlings-Transporter. In den siebziger Jahren wurde sie wegen mangelnder Rentabilität außer Dienst gestellt und das Schiff verfiel zusehends.

Doch nun bildete sich zum Erhalt der ALEXANDRA eine Arbeitsgemeinschaft und später ein Verein. So konnte den achtziger Jahren der Salondampfer wieder an Hafenfesten teilnehmen. Er wurde als Kulturdenkmal anerkannt und durch teils sehr aufwändige Reparaturarbeiten – dank der vielen freiwilligen Helfer und zum Glück fließender Fördermittel – bestens in Schuss gehalten. im Jahr 2016 erfolgte die letzte große Maßnahme mit dem Einbau eines neuen Kessels und Austausch etlicher Stahlplatten im Rumpf . 

Weitere Informationen finden Sie hier www.dampfer-alexandra.de

Tonnenleger BUSSARD

Die BUSSARD wurde 1906 von der Meyer-Werft in Papenburg ausgeliefert. Ausgestattet mit einer Dreifach-Expansionsdampfmaschine mit 540 PS tat das Schiff 74 Jahre seinen Dienst als Tonnenleger und in harten Wintern auch als Eisbrecher, bis es am 31. Dezember 1980 außer Dienst gestellt wurde.

Im folgenden Jahr wurde sie an das Kieler Schifffahrtsmuseum übergeben. Dort lag sie für 20  Jahre als Museumsschiff. Erst im Jahr 2001 wurde damit begonnen, das Schiff wieder fahrfähig zu machen.

Obwohl sich die Bussard in noch recht gutem Zustand befand, war es mit etlichem Aufwand verbunden, sie für die Zulassung als Traditionsschiff fit zu machen. 2006 wurde die Genehmigung erteilt und 2007 erfolgte die Anerkennung als schwimmendes Denkmal.

Mehr Informationen finden Sie hier: www.dampfschiff-bussard.de/

Dampfboote

Zu den Dampfbooten folgen die Informationen in Kürze.

Passagierdampfer PRINZ HEINRICH

Die PRINZ HEINRICH wurde im Jahr 1909 auf der Papenburger Meyer-Werft  als Doppelschrauben-Post- und Passagierdampfer gebaut. Angetrieben von zwei 150 PS Dampfmaschinen, verkehrte sie in erster Linie zwischen Emden und Borkum und fuhr in beiden Weltkriegen als Versorger.

1970 wurde sie außer Dienst gestellt und als Museumsschiff MISSISSIPPI für eine Überseeausstellung an die Trave nach Lübeck verkauft. Im Jahr 2002 zog die Ausstellung um in den „Teepott“ nach Warnemünde und das Schiff blieb in einem bedauernswerten Zustand im Rostocker Hafen zurück.

2003 kaufte der neu gegründete Verein „Traditionsschiff PRINZ HEINRICH e.V.” den alten Dampfer. 2004 wurde dem historischen Schiff die Anerkennung als schwimmendes Denkmal zugesprochen. Die letzten Restaurierungsarbeiten werden in Kürze abgeschlossen sein, so dass die “Prinz Heinrich” hoffentlich am Dampf Rundum 2019 teilnehmen kann.

Weitere Informationen www.prinz-heinrich-1909.de

Vermessungsdampfer SCHAARHÖRN

Das lange Leben der SCHAARHÖRN begann mit einer kleinen Schummelei: Im Jahr 1907 beantragte das Amt für Strom- und Hafenbau bei der Hamburger Bürgerschaft den Bau eines Vermessungsschiffs. Das Ergebnis war allerdings ein  luxuriös ausgestatteter, schneller und moderner Zweischrauben-Dampfer, denn eigentlich wollte man ein standesgemäßes Schiff, um Kaiser Wilhelm II. durch den Hamburger Hafen zu fahren, wozu es offenbar nie gekommen ist. 

Viele Jahrzehnte diente der schmucke Dampfer dann der Seevermessung, bis er in den 70er Jahren nach Schottland verkauft wurde, wo er allmählich verfiel.1990 wurde er aus Mitteln einer Traditionseinrichtung Altonaer Kaufleute erworben und nach Hamburg überführt.

Fünf Jahre wurde die SCHAARHÖRN im Rahmen von Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen vom Kiel bis zum Flaggenknopf restauriert und 1993 als erstes Schiff in die Hamburger Denkmalliste aufgenommen.

Seit 1995 unternimmt sie Gästefahrten auf Niederelbe und Ostsee. Das Schiff bietet in der Fahrsaison von Mai bis Oktober Traditionsfahrten für Jedermann an und kann auch für Gesellschaften gechartert werden. Zwei Dreifach-Expansions-Dampfmaschinen zu je 412 PS, verleihen der Schaarhörn Kraft im Überfluss.

Weitere Informationen finden Sie hier:  www.schaarhoern.de

 

Postdampfer SKJELKØR

Der kleine Postdampfer wurde 1915 in Svendborg (Dänemark) gebaut. Bis 1962 fuhr er mit seiner 75 PS Dampmaschine fahrplanmäßig zwischen den Inseln Skælskør, Agersø und Omø hin und her, war also 47 Jahre im Dienst.

Dann wurde der kleine Dampfer zur Verschrottung nach Odense verkauft. Doch glücklicherweise konnte 1963 im letzten Moment durch die schnell gegründete “Foreningen til Gamle Skibes Bevarelse (Vereinigung zum Erhalt alter Schiffe)” vor dem Schneidbrenner gerettet werden. 

Näheres dazu finden Sie auf Dänisch hier www.dampskib.dk

Auf Deutsch hat Hans-Erhard Henningsen in seinem Text über das Dampf Rundum detailliert ab Seite 24 geschrieben. Sie können das Buch hier downloaden

Dampfeisbrecher STETTIN

Die STETTIN ist das weltweit größte seegehende, mit Kohle befeuerte Dampfschiff.  Bis zu 1,5 Tonnen Kohle schaufeln die Heizer pro Stunde in die sechs Feuer.

In den Stettiner Oderwerken gebaut, wurde die STETTIN am 16. November 1933 als bis dahin größter Eisbrecher unter deutscher Flagge fertig gestellt.

Sie tat bis 1981 zuverlässig ihren Dienst und führte zahlreiche Einsätze auf der Unterelbe, dem Nord- Ostsee-Kanal und der Kieler Förde durch. Angetrieben wird sie von einer Dreifach – Dampf – Expansionsmaschine mit nahezu 2000 PS. So konnte bei langsamer Fahrt eine geschlossene Eisdecke bis zu einem Meter Dicke gebrochen werden.

Seit 1982 ist die STETTIN als technisches Kulturdenkmal anerkannt. Sie wird im Sommer für Gästefahrten unter Dampf gehalten und dient in der übrigen Zeit als liegendes Museumsschiff, vornehmlich im Hamburger Museumshafen Oevelgönne.

Weiter Informationen finden Sie hier www.dampf-eisbrecher-stettin.de

Dampfeisbrecher WAL

Auf der gleichen Werft wie die STETTIN – den Oder-Werken Stettin – lief 1938 die WAL vom Stapel. Ihre 1200 PS Dreifach-Expansionsdampfmaschine wird allerdings mit Öl und nicht mit Kohle befeuert. Bis 1990 war sie auf dem Nord-Ostsee-Kanal im Dienst und wurde 1991 mit Hilfe der Stadt Bremerhaven und einem Verein übernommen, der inzwischen “Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven e.V.” heißt und sich mit viel Liebe und Sorgfalt um die WAL kümmert.

Weiter Informationen finden Sie hier www.schiffahrts-compagnie.de

Schleppdampfer WOLTMAN

Die WOLTMAN ist der letzte seegängige Schlepper in Deutschland mit Dampfantrieb und einem kohlebefeuerten Kessel. Erbaut wurde der Schleppdampfer1904 auf der Schiffswerft der Gebrüder Sachsenberg in Rosslau an der Elbe. Antrieb ist eine Zweifach-Expansions-Dampfmaschine mit 268 PS.

Einsatzgebiete waren Unterelbe und Elbmündung. Im Jahr 1976 wurde er dann aus wirtschaftlichen Gründen ausgemustert. 1984 übernahm ihn der Museumshafen Kappeln.

Nach umfangreichen Reparaturen konnte die WOLTMAN 1994 wieder in Betrieb genommen werden.

Seit dieser Zeit kümmert sich  ein Förderverein um den Schlepper. Das Schiff sollte wieder in den technischen Originalzustand des Jahres 1904 versetzt werden, als technisches Kulturdenkmal in Fahrt gehalten und  der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Nach der dafür notwendigen Abnahme durch Versicherung und die See-Berufsgenossenschaft ist die WOLTMAN seit Juni 2004 wieder unterwegs.

Weitere Informationen finden Sie hier www.woltman.de